Wie lehren, was uns die Psychoanalyse lehrt? Kongress der Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse

*14. bis 16. Oktober 2005*

Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe (Lorenzstraße 15)

Weitergeben, was man nicht besitzt, darstellen, das unsagbar ist, begreifen, was im Unbewussten vor sich geht - daraus besteht die permanente Bildungskrise der Psychoanalyse. Ihre Vermittlung ist kein einfaches Belehren, Informieren, Ausbilden, denn es zwingt dazu, sich selbst begreiflich zu machen, was Psychoanalyse ist, womit man es beim Psychoanalysieren zu tun hat und was man als Analytiker tut. Dass das, was von der Psychologie des Unbewussten "sich heute eben lehren lässt", beschränkt ist, hat Sigmund Freud 1926 schon hervorgehoben. Was ist der heutige Stand der Forschung, der Darstellung und der Vermittlung? "Was sich heute eben lehren lässt" hängt ab von den Widerständen der Forscher und Vermittler, aber auch von dem Widerstand des Stoffs gegen seine Darstellung. Freuds Bemerkung lässt sich nicht nur auf die Psychologie des Unbewussten beziehen, sondern auch auf die Bedingungen des Lehrens und des Lernens. Jacques Lacans Frage: "Wie können wir lehren, was die Psychoanalyse uns lehrt?" ("Ce que la psychanalyse nous enseigne, comment l'enseigner?") betrifft die übertragbarkeit des psychoanalytischen Wissens. Sie verknüpft das, was die Psychoanalyse lehrt mit dem, was Menschen, Werke, Institutionen davon lehren. Wir werden ja gelehrt, unterrichtet, durch die Erfahrung der Analyse und durch die Tätigkeit von Lehrenden. Und durch den Gedankenaustausch unter Kollegen. Wie eigentlich kam es zu Veränderungen in der psychoanalytischen Theorie, Klinik, Technik? Und wie können wir das neu Erfahrene und das gerade eben Erfundene oder Wiedergefundene lehren, und wie haben unsere Lehrer - etwa Lucien Israèl, dem dieser Kongress gewidmet ist - uns das gelehrt?

Vortragende und Gesprächsrunden mit: Ernst Ammann (Basel), Franz Kaltenbeck (Paris), Christoph Keul (Ortenberg), Walter Levin (Basel), André Michels (Luxembourg), Peter Müller (Karlsruhe), Michel Patris (Strasbourg), Karl-Josef Pazzini (Hamburg), Peter Posch (Freiburg), Claus-Dieter Rath (Berlin), Irmgard Salzmann (Pforzheim), Regula Schindler, (Zürich), Marianne Schuller (Hamburg), Michael Turnheim (Paris).

Koordination und Information: Dr. Peter Müller, Moltkestr. 29 A, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721-20 735, Fax: 0721-23 800, e-mail: petjanik@t-online.de der Flyer zur Veranstaltung

Reblog this post [with Zemanta]