BREMEN (epd) Der mit 7 500 Euro dotierte Bremer
Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken geht in diesem Jahr an die französische Psychoanalytikerin, Philosophin und Schriftstellerin
Julia Kristeva. Die Wissenschaftlerin habe die Grenzen zwischen Psychoanalyse und politischem Denken durchlässig gemacht, erläuterte der Senat gestern die Entscheidung der Jury. Der Preis soll am 15. Dezember um 18 Uhr im Bremer Rathaus übergeben werden. Der EU-Parlamentarier
Daniel Cohn-Bendit und der ungarische Philosoph Mihály Vaida sollen den Angaben zufolge die Preisträgerin würdigen. Julia Kristeva wurde 1941 in Bulgarien geboren. Sie kam 1965 nach Paris und praktiziert nach ihrer wissenschaftlichen Ausbildung bis heute als psychoanalytische Therapeutin. Ihr Werk umfasst Arbeiten zur Psychoanalyse der Gegenwart sowie zur Kultur- und zur Religionsphilosophie. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter auch den
Holberg-Gedenkpreis der norwegischen Universität Bergen. Der Preis erinnert an die in Hannover geborene deutsch-jüdische Politologin
Hannah Arendt (1906-1975). Er wird seit 1994 vergeben und vom Bildungssenator und der Heinrich-Böll-Stiftung finanziert. Zu den bisherigen Preisträgern zählen u.a. die Menschenrechtlerin
Jelena Bonner (2000) und die lettische Staatspräsidentin
Vaira Vike-Freiberga.
[via
Verlagsgruppe Kreiszeitung.]
Die Links beziehen sich alle auf wikipedia-Beiträge und wurden von mir eingefügt.
Site Officiel de Julia Kriteva]
Aus ihrer Bremer Dankesrede:
Die Psychoanalyse ist keine Sekte, sondern hat etwas zu sagen in einer Gesellschaft, die - sozial gesehen - ein Ort der Verletzlichkeit ist. Dem läßt sich nicht mit Soziologie oder Juristerei beikommen. Aber Psychoanalyse, wenn sie denn auf ihre übermäßig komplizierte Terminologie verzichtet, kann da einiges erhellen, etwa bei den Gewaltausbrüchen in der Banlieue. [via
dradio.de]
Siehe auch den Beitrag in der ZEIT von Ute Vorkoeper:
Keine Gentlemen Agreements.